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Trading-Kennzahlen einfach erklärt

Fünf Zahlen sagen dir mehr über dein Trading als jeder Kontostand: Trefferquote, Profit-Faktor, Erwartungswert, R-Multiple und Drawdown. Hier sind Formeln, Beispiele und gute Richtwerte.

Daniel Schollerer · Aktualisiert am 22.10.2026

Trefferquote (Win Rate)

Die Trefferquote ist der Anteil deiner Gewinner an allen Trades mit Gewinn oder Verlust.

Trefferquote = Gewinner ÷ (Gewinner + Verlierer) × 100

Beispiel: 27 Gewinner, 23 Verlierer ergibt 54 %. Für sich allein sagt die Trefferquote wenig. 80 % Treffer nützen nichts, wenn die wenigen Verluste die vielen kleinen Gewinne auffressen. Mit 35 % Treffer kannst du dagegen sehr profitabel sein, wenn deine Gewinner drei Mal so groß sind wie deine Verlierer.

Profit-Faktor

Profit-Faktor = Summe aller Gewinne ÷ Summe aller Verluste

Beispiel: 4.200 $ Gewinne und 2.800 $ Verluste ergeben einen Profit-Faktor von 1,5. Unter 1 verlierst du Geld, über 1 bist du profitabel. Richtwerte: ab 1,3 ordentlich, ab 1,5 solide, ab 2 sehr stark. Werte über 3 halten über viele Trades selten.

Erwartungswert (Expectancy)

Der Erwartungswert ist dein durchschnittliches Ergebnis pro Trade. Er ist die wichtigste Zahl, weil er Trefferquote und Gewinngröße zusammenbringt.

Erwartungswert = Trefferquote × Ø Gewinn − Verlustquote × Ø Verlust

Beispiel: 40 % Treffer mit Ø 300 $ Gewinn und 60 % Verlierer mit Ø 150 $ Verlust ergibt 0,4 × 300 − 0,6 × 150 = 30 $ pro Trade. Positiv heißt: Über viele Trades verdienst du Geld.

Rechner: Erwartungswert

Erwartungswert pro Trade: – · Payoff: – · nötige Trefferquote für Break Even: –

R-Multiple

R steht für dein geplantes Risiko pro Trade, also den Betrag, den du verlierst, wenn der Stop ausgelöst wird.

R-Multiple = Ergebnis ÷ geplantes Risiko

Beispiel: Du riskierst 50 $ (Abstand Einstieg zu Stop × Menge) und machst 150 $ Gewinn. Das sind +3 R. Ein Verlust in Höhe des Stops ist −1 R. Der Vorteil: R-Multiples sind unabhängig von der Kontogröße vergleichbar. Ein Ø R von +0,3 heißt, du verdienst im Schnitt 30 % deines Risikos pro Trade. Verluste deutlich größer als −1 R zeigen, dass du Stops verschiebst oder gar nicht setzt.

Maximaler Drawdown

Der maximale Drawdown ist der größte Rückgang deiner Kapitalkurve von einem Höchststand bis zum folgenden Tiefpunkt.

Drawdown = (Höchststand − Tiefpunkt) ÷ Höchststand × 100

Beispiel: Dein Konto steigt auf 12.000 $ und fällt danach auf 9.600 $. Das ist ein Drawdown von 20 %. Wichtig: Um 20 % Verlust aufzuholen, brauchst du 25 % Gewinn, bei 50 % Verlust schon 100 %. Deshalb ist Risikomanagement wichtiger als die Trefferquote.

Welche Kennzahl ist die wichtigste?

Schau zuerst auf den Erwartungswert und den Profit-Faktor: Verdienst du über viele Trades überhaupt Geld? Dann auf den Drawdown: Hältst du die Schwankungen psychologisch aus? Trefferquote und R-Multiple erklären dir anschließend, warum die Zahlen so sind und wo du ansetzen kannst.

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Häufige Fragen

Was ist ein guter Profit-Faktor?

Über 1 bist du profitabel. Ab etwa 1,5 gilt ein Profit-Faktor als solide, ab 2 als sehr stark, jeweils über mindestens 50 Trades gemessen.

Welche Trefferquote brauche ich?

Das hängt vom Verhältnis aus Ø Gewinn zu Ø Verlust ab. Bei einem Verhältnis von 2 zu 1 reichen gut 33 %, bei 1 zu 1 brauchst du über 50 %. Der Rechner oben zeigt dir den Break-Even-Wert.

Wie berechne ich das R-Multiple ohne Stop?

Gar nicht sinnvoll. Ohne Stop gibt es kein geplantes Risiko. Trag deshalb bei jedem Trade einen Stop ein, auch wenn du ihn manuell ausführst.

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